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All-in HR. Der Blog.

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Menscheln und Farblehre - ein Blog vom dgfp congress 2016

Wer meinen Blog verfolgt, hat bereits eine kleine Farbenlehre hinter sich. Orange Unternehmen nach F. Laloux stehen für Prozessoptimierung und industrielle Strukturen, türkis ist die Farbe für fluide, netzwerkartige Strukturen, die gerade entstehen und sich ausprobieren. 

Am zweiten Tag des DGFP Congresses, den ich diese Woche besuchte, wurden zwar andere Farben verwendet, aber die gleichen Themen angedeutet. Hr. Illek, seines Zeichens Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, sprach davon, wie sein Unternehmen erkannt hat, dass blaue und grüne Bereiche nebeneinander existieren müssen, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. 

Übersetzt in den Kontext Laloux: 

blau = orange, es steht für die klar etablierten, bewährten Unternehmsteile, die hohe Umsätze erzielen und in denen Strukturen, Prozesse und Regeln Sinn machen, weil sie die Effizienz erhöhen. („Exploit“)

grün = türkis (oder grün), es steht für den breiten, unklaren und noch undefinierten Bereich des „Experimentierens“. Hier sollen neue Geschäftsfelder ausgelotet werden, weil die blauen Bereiche konstant angegriffen werden und man sich nicht mehr auf deren Erfolge verlassen kann.

Illek berichtete, dass sie als Unternehmen verstanden haben, dass die Regeln aus dem blauen Umfeld nicht funktionieren, ja aktiv schaden, wenn man grüne Themen bearbeitet. Menschen kehren dem Unternehmen den Rücken, Innovation wird erstickt, Führung wird als Mikromanagement empfunden.

Die Telekom, wie unzählige andere auch, ist in der spannenden Phase des Lernens, was das für HR Aspekte bedeutet, aber klar ist, dass die Bereiche voneinander lernen müssen und dass jeweils Wertschätzung für den Anderen bestehen muss. Wie das der Personalbereich als Funktion ermöglichen und moderieren kann, das wird die entscheidende Frage der Zukunft sein, denn HR ist ja auch oft in der Rolle des Regulierenden, Kontrollierenden,- ein Musterbeispiel an blau.

Meine Sicht:

Menscheln als Phänomen entsteht innerhalb von blauen (sprich: orangen) Organisationen, weil menschliche Emotionen als Sand im Getriebe, statt als Treiber angesehen werden. Viel ist dabei Egozentrik und Eitelkeit und ich wage zu behaupten, dass die Haupterrungenschaft des grünen (sprich; türkisen) Feldes die aktive Auseinandersetzung damit ist. Hier wird konstant daran gearbeitet, den ganzen Menschen zu sehen und Konflikte zu benennen um sie zu lösen. Wenn es gelingt, diese Erfahrung zurück in den blauen Kontext zu heben durch Führung via Coaching, durch echte Feedback Gespräche auf Augenhöhe, dann kann es gelingen.