Helping teams to be at their best
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All-in HR. Der Blog.

Aus ganzem Herzen HR.

Über die Größe von Aufgaben

In dem überaus interessanten Buch "Führen Leisten Leben" von F. Malik kommt zur Sprache, dass Menschen selten von Aufgaben überfordert seien, viel viel häufiger sei die Unterforderung. 

Das mag in Zeiten von burn-out und always-on eine gewagte These sein, aber wenn wir dahinter sehen, dann sind die genannten Missstände eher auf fehlende Prioritäten, mangelnde Abgrenzung usw. zurück zu führen. Überforderung entsteht hier durch das alles-gleichzeitig-wollen, nicht durch eine zu große Einzelaufgabe.

Wer führen möchte, der braucht aber große Aufgaben als eine Hilfe, Mitarbeiter einzuschätzen; ihr Potenzial, ihre Stärken. Erst durch große Aufgaben kann erkannt werden, wie Menschen an Dinge herangehen, sich strukturieren, Hilfe hinzu holen oder auch scheitern. 

An zu kleinen Aufgaben hingegen ist nichts zu erkennen. Schneller Erfolg, der sich weder für die Person selbst gut anfühlt, noch dem Vorgesetzten Informationen geben konnte, ist in diesem Fall dann ein "falscher" Erfolg, wenn man es aus Sicht der Personalführung betrachtet. 

Mit Menscheln hat dies schnell an vielen Stellen zu tun. Wer den Eindruck vermittelt bekommt, ihm würde nichts "Richtiges" zugetraut, der wendet sich schnell ab und agiert eventuell sogar gegen den Vorgesetzten und vermeintlich besser Behandelte. 

Auch die Frage der Geschlechterbevorzugung spielt heute oft eine Rolle bei solchen Gedanken. Während unbewusst immer noch viele Vorgesetzte den männlichen Kollegen mehr zutrauen als den weiblichen, sind junge Mitarbeiterinnen inzwischen selbstbewusst genug, diesen Missstand zu erspüren und auch anzusprechen. Leider wird das wiederum dann oft missverstanden und statt Leistungsbereitschaft wird dann von Zickigkeit gesprochen. 

Wie also kann man die Aufgaben schneiden, damit sich jede*r Mitarbeiter*in gefordert fühlt, ohne unter der Verantwortung zusammen zu brechen? Der einfachste Weg:

  • eine Portion größer, als man es intuitiv tun würde,
  • mit mehr Gestaltungsspielraum, als es der eigene Kontrollbedarf eigentlich zulassen möchte, und
  • gepaart mit häufigeren Gesprächen, um Feedback über den Fortgang zu erhalten. Inhaltlich und qualitativ.

Die Mitarbeiter, die so arbeiten dürfen, werden es danken mit Loyalität, ungeahnten Leistungen und Ideen, die das ganze Team weiterbringen werden. Menscheln, wie es mir vorschwebt!