Helping teams to be at their best
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All-in HR. Der Blog.

Aus ganzem Herzen HR.

Zur Erinnerung: auch Design Thinking kann Menscheln überwinden

Überwinden schreibe ich, weil ich es auf das Ego des Einzelnen beziehe, der brillieren will. Dies gilt es zu überwinden, wenn wir bei großen Fragen vorankommen wollen. Im großen Kontext habe ich dazu im letzten Post Frederic Laloux zitiert. 

Ein Kontext, der vielen vertrauter sein dürfte und ebenfalls auf den Weg helfen kann, ist Design Thinking. Ob und wann die Welle abebben wird, auf der Design Thinking (DT) auch/gerade durch große Unternehmen rollte, will ich gar nicht thematisieren. Denn es ist das Grundlegende, das hier interessiert, die Haltung.

Dazu zwei Anekdoten, die erste schildert eine "Niederlage" aus meiner Sicht als Coach in der Situation: ein Raum mit allen Mitgliedern einer Führungsmannschaft eines Konzerns. Wir sind in Südamerika und DT wurde bestellt, weil es zu der Zeit zum guten Ton gehörte, einfach mal ganz "wild und frei und neu" zu denken. Leider sind weder die Rahmenbedingungen für mögliche Lösungen frei, noch sind die Einzelnen bereit, für etwas Gemeinsames zurück zu stehen. Alles wird bereitwillig mitgespielt, aber an dem Punkt, als man sich auf eine Idee für das Prototyping einigen soll, endet die Veranstaltung mit 8 Projekten (raten Sie mal, wieviele TN es waren). 

Die zweite Situation stammt vom vergangenen Wochenende. Ich hatte das Vergnügen, mit einigen NGOs zu arbeiten, die von Betterplace.org einen DT-Workshop als Coaching für das Bearbeiten ihrer Problemstellungen "geschenkt" bekommen hatten (im Zusammenhang mit der Aktion Online Helden, wer es genauer nachlesen möchte). Die Teams haben alle drängende Aufgaben als NGO-Entrepreneure, aber: sich auf eine neue Methode einlassen: kein Problem. In gemischten Teams auch an "fremden" Challenges arbeiten: kein Problem. Die Idee für einen Prototypen finden: kein Problem. 

Die unterschiedliche Qualität der beiden Tage begründet sich für mich in der Länge der Zeit, in der die Menschen dem klassischen System ausgesetzt waren zuvor. Design Thinking ist eine Art Umerziehung (Zitat Uli Weinberg, d.school Potsdam) und das gelingt nicht immer, wenn Menschen schon zu lange erfahren haben, dass sie auf ihren eigenen Vorteil pochen müssen um "voran" zu kommen; sie müssen sich Gehör verschaffen um der "Visibility" willen, nicht wegen guter Inhalte oder teamplay. 

Was tun also? Bei "Härtefällen" muss DT angereichert werden mit vertrauensbildender Arbeit AM Team, um die Menschen hinter den Masken kennen zu lernen und so ihr Potenzial zu sehen, das sie hätten, wenn sie nicht wie Pfauen herumstolzieren müssten die ganze Zeit. Und wenn diese Bereitschaft nicht gegeben ist, dann gilt es zumindest, klares und konstruktives Feedback zu den Beobachtungen zu geben. Denn ein bleibt ein "KANN Menscheln überwinden", erzwingen lässt es sich nicht. 

Petra MeyerComment